ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيْهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلْمُؤْمِنُونَ ۚ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَـٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍۢ مِّن رُّسُلِهِۦ ۚ
Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn (an Offenbarung) herabgesandt wird, und die Gläubigen. Alle glauben an Gott, seine Engel, seine Schriften und seine Gesandten. (Sie sprechen) Wir machen bezüglich keines einzigen von ihnen einen Unterschied…
Qur’an 2:285
Neben den 5 Grundpfeilern, die mehrheitlich eine Glaubensausführung darstellen, gibt es die Glaubensartikel. Insgesamt sind es sechs:
Der Glaube an Allah, an Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten, den Jüngsten Tag und die Vorherbestimmung, ob gut oder schlecht. (Buchari)
لَّيْسَ ٱلْبِرَّ أَن تُوَلُّوا۟ وُجُوهَكُمْ قِبَلَ ٱلْمَشْرِقِ وَٱلْمَغْرِبِ وَلَـٰكِنَّ ٱلْبِرَّ مَنْ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَٱلْيَوْمِ ٱلْـَٔاخِرِ وَٱلْمَلَـٰٓئِكَةِ وَٱلْكِتَـٰبِ وَٱلنَّبِيِّـۧنَ
Es ist nicht Glauben, dass ihr euer Angesicht nach Osten oder Westen wendet, sondern der Glaube ist (bei dem) der an Gott, den Jüngsten Tag, die Engel, die Schrift und die Propheten glaubt.
Qur’an 2:177
ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيْهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلْمُؤْمِنُونَ ۚ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَـٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍۢ مِّن رُّسُلِهِۦ ۚ
Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn (an Offenbarung) herabgesandt wird, und die Gläubigen. Alle glauben an Gott, seine Engel, seine Schriften und seine Gesandten. (Sie sprechen) Wir machen bezügliche keines einzigen von ihnen einen Unterschied…
Qur’an 2:285
Glaube an Gott
Wie im ersten Teil des Glaubensbekenntnisses verankert, ist die Grundlage eines jeden Muslims die Überzeugung der Existenz Gottes und der Glaube an Seine Einheit (“Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah…”). Im Arabischen spricht man auch von Tauhid, was der Glaube an die absolute Einheit und Einzigartigkeit Gottes bedeutet. Man bezeugt, dass Allah der alleinige Herr und Erhalter allen Seins ist. Hierzu gehört sich ausschließlich Ihm hinzuwenden in Gottesdiensten mit der aufrichtigen Absicht (ikhlas) und allein Sein Wohlgefallen zu erlangen.
وَإِلَـٰهُكُمْ إِلَـٰهٌ وَٰحِدٌ ۖ لَّآ إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ ٱلرَّحْمَـٰنُ ٱلرَّحِيمُ
Euer Gott ist ein Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.
Qur’an 2:163
Durch Sein Wirken versorgt Er den Menschen zu jeder Zeit unabhängig davon, ob man Ihn im Bittgebet (arab. Du’a) um die Erfüllung von Wünschen bittet oder nicht. Seine Eigenschaften, welche Ihn beschreiben und Er sich selbst zuschreibt, findet man in den Quellen des Islam: einerseits im edlen Qur’an und andererseits in den Überlieferungen des Propheten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm.
Die Verwendung des Wortes “Gott” als Alternative zum Wort Allah halten ist völlig zulässig, sofern klar ist, dass Allah keinen Teilhaber in Seiner Göttlichkeit hat. Von dem Wort “Allah” kann kein Plural gebildet werden. Der Gedanke an mehrere “Götter” ist somit von vornherein unmöglich und kann damit nicht in Verbindung gebracht werden, während das bei dem deutschen (Grund)Wort “Gott” möglich ist.
Glaube an die Engel
Gott hat Engel (arabisch Malak; Pl. Mala‘ika) aus Licht erschaffen. Sie verkörpern den reinen Willen Allahs. Ihre Natur ist es, die Anordnungen Gottes auszuführen. Engel gehorchen Gott immer und widersetzen sich in keinem Fall. Ungehorsam gegenüber Gott kennt ihr Wesen nicht und sie folgen dem Guten. Sie sind frei von menschlichen Bedürfnissen wie essen, trinken oder schlafen und bestimmten menschlichen Eigenschaften. Die Gesamtzahl der Engel kann nicht erfasst werden und nur Allah allein weiß sie. Unter den Engeln gibt es eine hierarchische Anordnung. Zu den Oberhäuptern der Engel zählen z.B. der Erzengel Jibril (Gabriel), Mikail (Michael), Israfil und Azra’il. Die Aufgaben der Engel sind vielfältig. Einige ihrer Aufgaben sind beispielsweise Menschen schützen, Taten der Menschen niederschreiben, für und mit den Menschen beten, Tore, Berge, Erde und Himmel bewachen, umherziehen und Segenswünsche (1) über den Propheten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm, hören und aufnehmen.
Glaube an die offenbarten Bücher und Schriften
Im Qur’an werden einige Offenbarungsschriften namentlich genannt. Dies sind die Thora des Propheten Moses (Musa), die Psalmen (Zabur) des Propheten Dawud und das Evangelium (Injil) des Propheten Jesus (‘Isaa), Frieden sei auf ihnen. Als Schriften werden die Schriftseiten (Suhuf) des Propheten Abraham (Ibrahim), Frieden sei auf ihm, genannt. Muslime glauben an diese Offenbarungen und ihre Überbringer, die Propheten.
Der edle Quran ist die einzige noch vollständig in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Offenbarungsschrift. Der Glaubenssatz ist, dass der Qur’an Wort für Wort direkte Offenbarung und Wort Gottes ist, dass er wortwörtlich vom Erzengel Gabriel dem Propheten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm, geoffenbart worden ist. Er ist in der Sprache erhalten, in der er geoffenbart wurde, also in klassischem Arabisch. Bei Übertragungen in andere Sprachen handelt es sich deshalb um “Ungefähre Übertragungen der Bedeutung des Qur’ans”. Hierin zeigt sich die Problematik von einer allgemeinen Übersetzung des Qur’ans zu sprechen.
Glaube an die Propheten
Ein Prophet ist ein Mensch, den der Schöpfer durch Befehl auserwählt hat, für sein jeweiliges Volk ein Prophet, ein Rechtleiter zu sein. Seine Aufgabe ist es, die Botschaft Gottes zu überbringen, was nur mit ausdrücklicher Erlaubnis Gottes geschieht. Die Wahl des Propheten geschieht nicht wahllos, sondern richtet sich nach bestimmten Eigenschaften, die den Menschen dienlich sind. Diesem auserwählten Menschen müssen die Völker glauben können. Daher schuf Gott Propheten von tadellosem Wesen. Sie sind vertrauenswürdig, ehrlich und anständig und das bereits vor ihrer Entsendung. Ebenfalls sind sie von Sündhaftigkeit geschützt. Der Schöpfer entsandte zu jedem Volk, das Er schuf mindestens einen Propheten mit einer Botschaft, die für das jeweilige Volk galt, mit Ausnahme der Botschaft des Gesandten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm, welche für alle Völker bis zum Tag der Auferstehung gilt.
Zum Abschluss kam also die Prophetenschaft mit dem Ableben der letzten Propheten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm, welcher in einer langen Reihe von Propheten (2) steht und auch als Siegel der Propheten bezeichnet wird. Nach ihm kann es nach islamischer Sicht keinen weiteren Propheten geben. Die Propheten haben eine gemeinsame Botschaft, die sich immer aufeinander bezog, nämlich die Einheit Gottes zu verkünden und den Völkern den gottgefälligen Lebensweg zu zeigen. Namentlich werden im Qur’an 25 Propheten erwähnt. Es ist aber überliefert, dass die Zahl der Propheten mehrere Zehntausende überschreitet.
Glaube an den Jüngsten Tag
Einer der wichtigsten Glaubensgrundsätzen der Muslime und kosmische Realität ist, dass das Leben auf der Erde für alle Lebewesen zeitlich begrenzt ist und auch die Welt und das Universum zu einem bestimmten Zeitpunkt enden werden. Dieses Ende markiert zugleich den Beginn des Jüngsten Tages oder Tag der Abrechnung.
An diesem Tag werden alle Körper und Seelen wieder vereinigt werden und vor dem Schöpfer treten, während sie über ihr Handeln hier auf der Erde einzeln Rechenschaft ablegen müssen. Keine Seele kann sich dem entziehen. Danach nimmt jede Seele durch die gerechte Beurteilung Gottes ihren Platz ein, entweder im Paradies oder in der Hölle. Im qur’anischen Kontext wird dieser Jüngste Tag oft als Warnung und Erinnerung erwähnt, um sein eigenes Handeln bestmöglich und gottgefällig auszurichten. Darüberhinaus gibt es Überlieferungen, Hadithe des Propheten Muhammad, Frieden und Segen seien auf ihm, die den Ablauf dieses bedeutenden Tages detaillierter beschreiben und auch Vorankündigungen dazu liefern, dass dieser Tag unausweichlich näher rückt, wie das Erscheinen der Antichristen oder die Herabsendung Jesus.
Glaube an die Vorherbestimmung
Der Begriff Qadar bedeutet im lexikalischen Sinne, etwas bestimmen/festsetzen und bezeichnet im Allgemeinen die Vorherbestimmung oder Bestimmung. Im religiösen Kontext soll es im Grunde nichts anderes bedeuten, als dass Allah seit Anbeginn der Zeit die Geschehnisse bis in die Ewigkeit hinein im Vorwissen kennt und den Verlauf der Dinge eingreifend bestimmt.
Für viele ergibt sich hier aber eine Verwirrung: Wie kann ein Mensch für sein Handeln verantwortlich sein, wenn bestimmte Dinge, die er in seiner Handlung tut, bereits vorherbestimmt sind?
Nicht alle Dinge sind von Geburt des Menschen an für ihn vorherbestimmt. Im Sinne von Qadar sind für den Menschen vom Zeitpunkt an, wo er im Mutterleib mit einer Seele versehen wird:
ob es ein männliches oder weibliches Wesen wird,
ob er (grundsätzlich) glücklich oder unglücklich im Leben sein wird,
wie sein Lebensunterhalt aussehen wird
wie alt er werden wird.
Im Qur’an wird verdeutlicht, dass Allah allwissend ist und sich nichts außerhalb Seiner Souveränität bewegen kann. Somit kennt Er alle zukünftigen Ereignisse schon seit ihrer Schöpfung, da Er selbst der Schöpfer von Raum und Zeit ist. Gott hat dem Menschen einen freien Willen gegeben, also eine echte Möglichkeit, sich für oder gegen eine Handlung zu entscheiden, was somit auch die Eigenschaft Allahs als den Gerechten erklärt. Zwar gibt es bestimmte Prüfungen wie Unglücke und Heimsuchungen, die vom Himmel herabgesandt werden, doch kann sich der Gläubige mit Bittgebeten an Gott wenden. Dabei steigt das Bittgebet (Dua’) empor und das Unglück kann ganz oder teilweise aufgehalten werden, so Gott will. Hierdurch hat der Mensch in bestimmten Fällen die Möglichkeit an seinem Schicksal mitzuwirken. Zu Sünden ist aber kein Mensch durch Qadar gezwungen und hat damit eine reale Möglichkeit, ins Paradies zu gelangen.
Das meiste wurde aus “Handbuch Islam” ( Abdurahman Reidegeld) entnommen.
(1) Wenn der Prophet Muhammad erwähnt wird, ist es üblich, dass Muslime Segenswünsche über ihn sprechen. Es gibt vielfältige Formen der Segenswünsche. Eine einfache Form ist: salla Allhu ‘alaihi wa salim, was Frieden und Segen seien auf Ihm bedeutet.
(2) Hier ist die Rede auch von Kette der Propheten (Silsilat Al-Anbiya’)