Das Islamische Zentrum Aachen ist das Gemeindezentrum für etwa 4500 Musliminnen und Muslime in Aachen und der StädteRegion. Die Entstehungsgeschichte der Bilal-Moschee und ihrer Gemeinde sind sehr eng mit der Rheinisch Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) verknüpft.
Wo liegt der Ursprung des IZA und seiner Gemeinde?
Internationale Muslimische StudentInnen der RWTH, mit Herkunft aus verschiedenen muslimischen Ländern, schlossen sich 1958 mit der Gründung der Internationalen Muslimischen Studenten Union e.V. (IMSU) zusammen. Gemeinsam beabsichtigten Sie den Bau einer Moschee, um ihre Religion in Aachen praktizieren zu können. Diese Initiative fand Unterstützung seitens der RWTH und der Stadt Aachen, sodass 1964 der Grundstein gelegt und 1967 die Bilal-Moschee nach den Bauplänen des RWTH-Professors Rudolf Steinbach eröffnet werden konnte.
Die geschichtliche Verbindung und auch die geographische Nähe zur RTWH und ihren StudentInnen, durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Campus, beeinflussen bis heute stark den besonderen Charakter des Islamischen Zentrums Aachen und seiner Gemeinde. Das Islamische Zentrum Aachen e.V. wurde 1978 als neuer Trägerverein der Bilal-Moschee gegründet, dennoch besteht die IMSU bis heute fort und ist in den Aktivitäten in der Moschee sehr präsent und prägt damit auch stark die Gemeinde.
Was zeichnet die Gemeinde heute aus?
Möchte man die muslimische Gemeinde des Islamischen Zentrums Aachen beschreiben sind neben dem verbindenden Element, der Religion, einige weitere Attribute unabdingbar: vielfältig, deutschsprachig, aktiv und bildungsorientiert
Gelebte Vielfalt
Die Gemeinde des Islamischen Zentrums Aachen hat keine nationale Fokussierung. Unsere Gemeinde setzt sich zusammen aus MuslimInnen mit Wurzeln in über 30 verschiedenen Ländern. Die meisten von ihnen leben bereits in zweiter, dritter oder vierter Generation in Deutschland und identifizieren sich als deutsche Muslime. Die meisten Gemeindemitglieder sind Kinder von ehemalige muslimischen Studenten aus Aachen oder von Gastarbeitern. Die Verbundenheit der Gemeinde liegt nicht in einem gemeinsamen nationalen Ursprung, sondern in der gemeinsamen Religion und der Ansässigkeit in Aachen als Teil der Aachener Bürgerschaft. Aber auch neu zugewanderte oder internationale Studierende der Aachener Hochschulen bilden einen wichtigen und wertvollen Teil der Gemeinde.
Neben der Vielfalt an Herkunftsländern, findet sich die Vielfalt auch in der Altersstruktur wieder. Trotz dessen, dass die Bilal-Moschee eine der ältesten Moscheen Deutschlands ist, sind in der Gemeinde besonders viele junge Menschen aktiv. Doch auch die älteren Generationen haben ihre starke Verbindung zu der Gemeinde nie gelöst, sodass in den Gebeten und Aktivitäten junge wie alte Gemeindemitglieder zusammenkommen und gemeinsam den geschwisterlichen, familiären Charakter dieser Gemeinde prägen.
Auch die muslimischen Frauen sind sehr zahlreich und aktiv in der Gemeinde und ihren Aktivitäten vertreten. Bei vielen Veranstaltungen überwiegt die Zahl der Teilnehmerinnen gegenüber den Teilnehmern. Viele Aktivitäten werden von muslimischen Frauen geführt. Auf allen Ebenen arbeiten Frauen und Männern geschwisterlich zusammen und organisieren gemeinsam den Verein und das Gemeindeleben der Moschee.
Deutschsprachigkeit
Da die verbindenden Elemente der Gemeinde die gemeinsame Religion, der Islam und die Ansässigkeit in Aachen sind, sind selbstverständlich auch zwei Sprachen wichtig und verbindend für die Gemeinde. Die Arabische Sprache, als Sprache des Qurans und wichtigste Sprache um die Religion und die Quellen bestmöglich zu verstehen, sowie Deutsch, als Sprache unserer gemeinsamen Heimat und unseres Alltags. Die Verkehrssprache im Islamischen Zentrum ist Deutsch, diese Sprache wird auch von den meisten Gemeindemitgliedern am besten beherrscht.
Dennoch ist die Bewahrung der arabischen Sprache auch von zentraler Bedeutung, um die islamischen Quellen, den Quran und die Hadithe, sowie eine Fülle an islamischer Sekundärliteratur richtig zu verstehen. Daher werden seit Jahrzehnten die Freitagspredigten immer in deutscher und arabischer Sprache angeboten. Die weiteren Aktivitäten orientieren sich in der Sprache an ihrem Publikum, da dieses die deutsche Sprache meist besser beherrscht und gewohnt ist, werden die allermeisten Aktivitäten, Vorträge und Seminar in deutscher Sprache oder auch zweisprachig angeboten. Dies macht die Moschee auch für Islaminteressierte oder neue MuslimInnen sehr attraktiv um mehr über die Religion und das muslimische Leben in Aachen zu erfahren. Auch der Austausch mit unseren Nicht-muslimischen MitbürgerInnen wird dadurch erleichtert und ein gegenseitiges Kennenlernen und anfreunden unterstützt.
Dennoch bemühen wir uns auch die arabische Sprache zu erhalten und bieten daher auf verschiedenen Niveaus Arabisch-Kurse an und begrüßen auch arabisch-sprachige Aktivitäten, in denen die Sprache praktiziert und gepflegt werden kann.
Um möglichst alle Gemeindemitglieder auch in die Angebote einzubeziehen und das inklusive Prinzip des islamischen Zentrums, als eine offene Moschee für alle MuslimInnen und Islaminteressierten einzuhalten, werden vor allem durch die IMSU auch immer wieder englischsprachige Angebote gemacht.
Hohe Aktivität durch viel ehrenamtliches Engagement
Die Gemeinde des Islamischen Zentrums Aachen ist ausgesprochen aktiv und bietet für die Aachener Muslime und Interessierte über 20 Veranstaltungen pro Woche an. Das alles gelingt nur durch das beständige hohe Engagement vieler Aachener MuslimInnen, die sich neben ihrer Schule, ihrem Studium, dem Beruf und/oder der eigenen Familie Zeit nehmen und Mühe auf sich nehmen, um der Gemeinde und der Stadt Aachen etwas zurückzugeben. Dieses soziale und ehrenamtliche Engagement ist neben der Religion, die Säule, auf der die gesamte Arbeit des Islamischen Zentrums steht. Diese Bemühungen und diese Leidenschaft der aktiven Geschwister ermöglichen, dass das Islamische Zentrum zum einen für die Aachener Muslime viele wichtige Angebote machen kann, um die Bedarfe bestmöglich zu decken. Zum anderen sich darüber hinaus aber auch als Partner auf städtischer Ebene, mit der Politik, im Interreligiösen Dialog mit anderen Religionsgemeinschaft oder mit anderen Vereinen und Institutionen bei der Bewältigung gemeinsamer gesellschaftlicher Herausforderungen verlässlich zeigen kann.
Die Rolle des Vereins, seine Aufgaben und Ziele
Diese große Gemeinde mit ihrem vielfältigen Engagement und der hohen Diversität und den damit verbundenen Bedürfnissen zu organisieren, ist eine große Aufgabe. Dieser Aufgabe hat sich das Islamische Zentrum Aachen e.V. als Trägerverein der Bilal-Moschee angenommen. Dabei wird das IZA von weiteren Vereinen, die ihre Aktivitäten auch in der Moschee ausüben und wichtige Aufgaben übernehmen geschwisterlich und tatkräftig unterstützt. Dazu zählen etwa die IMSU, die sich mit ihren zahlreichen Angeboten vorrangig um die Belange der vielen studierenden Gemeindemitglieder kümmert oder auch der Islamischen Jugend Aachen e.V. die seit 1985 Bildungs- Sport- und Freizeitangebote oder auch Reisen für muslimische Jugendliche anbietet.
Der Vorstand des Islamischen Zentrums Aachen arbeitet ehrenamtlich und organisiert die Moschee, die rituellen Gebete und viele der Aktivitäten innerhalb der Bilal-Moschee oder stellt diese für andere Vereine zur Verfügung. Das Islamische Zentrum Aachen bemüht sich alle Belange der Aachener Musliminnen zu adressieren und dient als Ansprechpartner für alle Musliminnen und Islaminteressierten in Aachen und stellvertretend für die Gemeinde auch als Ansprechpartner für die Stadt, ihre Bürger und Organisationen.
Ziel des Islamischen Zentrums Aachen ist es muslimisches Leben in Aachen zu ermöglichen und zu erleichtern, die MuslimInnen bei der Ausübung ihrer Religion in allen Bereichen des Lebens zu unterstützen und ein schönes und friedvolles Zusammenleben zwischen allen MitbürgerInnen in Aachen zu bewahren.